Musical
Ensemble Neumarkt (Bayern)
DER
LETZTE BRIEF
Karin entdeckt auf dem Dachboden ihrer
Großmutter eine Truhe, in der sich ein Kleid und ein Bündel
mit Briefen befinden. Neugierig beginnt sie diese zu lesen. Die Großmutter
reagiert bestürzt und fordert Karin auf, die Briefe wieder zurückzulegen.
Karin verspricht das zwar, liest sie aber heimlich weiter. Dabei erschließt
sich ihr schrittweise eine ihr bisher unbekannte Vergangenheit, tatkräftige
und lebenslustige Menschen entstehen vor ihrem geistigen Auge, deren
Existenz dann aber mehr und mehr vom Nazi-Terror bedroht wird.
Karin erzählt ihrem Freund, mit dem sie sich aufs Engste verbunden
glaubt, und ihren Freundinnen von ihrem Fund. Die Freundinnen wollen,
neugierig geworden, nun ebenfalls mehr wissen und beschließen,
auch die eigenen Großeltern zu befragen. Doch niemand will oder
kann sich erinnern. Karin findet sich damit jedoch nicht ab. Sie bedrängt
ihre Großmutter, die offenbar mehr in diese Geschehnisse verstrickt
ist als sie zugibt, ihr von der Vergangenheit zu erzählen. Schließlich
erfährt Karin, dass ihre Oma als Dienstmädchen bei einer jüdischen
Kaufmannsfamilie angestellt war.
Unterbrochen wird diese Handlung durch Rückblenden, die von den
Briefen ausgelöst werden. Durch sie erhält Karin Einblicke
in das Leben dieser jüdischen Familie. Mehrere Ladenszenen verdeutlichen
das unterschiedliche Verhalten deutscher Kunden im Geschäft der
Familie. Eingeflochten sind Episoden, die das unbeschwerte, freundschaftliche
Verhältnis der Kaufmannstochter Ilse zum Dienstmädchen Greta
und zum Lehrjungen Josef, liebevoll “Joschi“ genannt, beschreiben.
Der zunehmende Terror der Nazis dringt jedoch unaufhaltsam in den Alltag
der Familie ein: in einer Welt „nur für Arier“ ist
für Juden kein Platz mehr. Ungläubig beobachtet die Familie
die Entwicklung. Zwar machen ihnen einzelne Ereignisse die vage Hoffnung,
dass die zunehmende Judenfeindlichkeit in Deutschland nur ein vorübergehender
Spuk sein möge. Getragen von dieser Hoffnung suchen sie Halt im
Vertrauen auf Gott.
In den beiden letzten Briefen, die die Großmutter Karin lesen
lässt, berichtet Ilse von ihren Zukunftsängsten und schließlich
von der Deportation ihrer Familie. Karin, zutiefst erschüttert,
spürt jedoch, dass ihre Oma noch etwas verbirgt...
www.der-letzte-brief.de